Nutzbarmachen von regionalen Lehmvorkommen für die Entwicklung von Baustoffen am Beispiel der Region Leipzig (RegioLehm)
05/2026-10/2028
RegioLehm zielt darauf ab, die Erschließung ungenutzter Ton- und Lehmvorkommen in der geologischen Zone der Lößgefilde, exemplarisch an der Region Leipzig, zu fördern. Die Rohstoffe fallen in umliegenden Abbaustätten als Abraum an und bieten ein bisher ungenutztes Potenzial für die Herstellung von Lehmbaustoffen. Vor dem Hintergrund von Klimakrise, Ressourcenknappheit und steigenden Materialkosten bietet ihre Erschließung großes Potenzial für zukunftsfähige Baustoffe aus der Region.
Das Forschungsvorhaben der HTWK Leipzig, Institut für Baustoffe und Bauverfahrenssimulation, wird unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Björn Höhlig in Kooperation mit dem Institut für Geotechnik durchgeführt. Der aus den Vorkommen identifizierte Abraum wird hinsichtlich Eigenschaften, Verfügbarkeit sowie Mengen erfasst. Im nächsten Schritt werden Baustoffe für den tragenden Lehmbau in verschiedenen Verfahren hergestellt und deren Eignung und Leistungsfähigkeit in den jeweiligen Anwendungsbereichen ermittelt. Zusätzlich werden Untersuchungen zur Trennbarkeit und Wiederverwendung in typischen Bauteilaufbauten durchgeführt und die Ergebnisse in Form von Handlungsempfehlungen für den recyclinggerechten Umgang für eine echte Kreislauffähigkeit zusammengestellt.
Die Ergebnisse werden über eine offene Datenbasis bereitgestellt, um eine Grundlage für lokale Wertschöpfung und Stoffkreisläufe zu schaffen. Die hierfür entwickelte Systematik wird dabei so gestaltet, dass diese um weitere Vorkommen, beispielsweise in anderen Regionen, Herstellverfahren oder weitere Bauprodukte aus Lehm stetig ausgebaut werden kann. Durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsmaßnahmen soll die Akzeptanz und der Wissenstransfer in der Region gefördert werden.
Ziel ist es, ungenutzte Rohstoffquellen zu erschließen, Potentiale für die Bauwirtschaft aufzuzeigen und neue nachhaltige Bauweisen zu etablieren. Die Ergebnisse sollen langfristig dazu beitragen, den Massivlehmbau im Rahmen des WIR!-Bündnisses GOLEHM in der Region zu verankern und eine kreislauffähige Nutzung regionaler Ressourcen zu ermöglichen.