Seismische Bemessung von Lehmmauerwerkswänden in Wandebene (LehmBeben)
05/2026 – 10/2028
Das Forschungsvorhaben thematisiert das Trag- und Verformungsverhalten von Lehmmauerwerkswänden unter Erdbebenbeanspruchung in Wandebene (In-Plane) mit dem Ziel, ein in die Norm integrierbares Bemessungskonzept zu entwickeln.
Die DIN 18940 als grundlegende Bemessungsnorm für den tragenden Lehmmauerwerksbau ist in einigen Themengebieten noch nicht vollständig. Dazu gehört auch die Erdbebenbemessung tragender Lehmmauerwerks-wände, die bislang weder normativ geregelt ist noch einen wesentlichen Bestandteil der aktuellen Forschung bildet. Das Forschungsvorhaben setzt somit am aktuellen Wissenschaftsstand an und befasst sich mit einer Forschungslücke, deren Relevanz aufgrund der stetigen Weiterentwicklung (potentiell größere Gebäudehöhen) von Lehmmauerwerksbauten weiterhin steigen wird. Die Motivation für das Forschungsvorhaben besteht daher im weiteren Voranbringen des massiven Lehmmauerwerksbaus, indem Grundlagen zur Erdbebenbemessung tragender Lehmmauerwerkswände geschaffen werden, die zur Ausweitung der Normung beitragen können.
Das Institut für Massivbau der TU Darmstadt führt dazu im Laufe des Projekts experimentelle und numerische Untersuchungen zum In-Plane-Tragverhalten kleiner Prüfkörper und geschosshoher Lehmmauerwerkswände durch. Dabei werden die erdbebentechnisch relevanten Eigenschaften von Lehmmauerwerkswänden bestimmt und ihre Einflüsse auf die Erdbeben-tragfähigkeit analysiert. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen werden anschließend Bemessungsverfahren in Anlehnung an EC 8 bzw. DIN 4149 entwickelt, indem bestehende Konzepte zur Erdbebenbemessung von konventionellem Mauerwerk auf Lehmmauerwerk angepasst werden. Ziel ist ein Bemessungsverfahren, welches an die bestehenden Lehmmauerwerks- und Erdbebennormen anschlussfähig ist und in neue, überarbeitete Normenfassungen mit einfließen kann. Das Forschungsvorhaben leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung des tragenden Lehmmauerwerksbaus.