Sommerakademien zum Wissenstransfer im Lehmbau und deren Einfluss auf Image und Akzeptanz von Lehm

05/2026 - 10/2028

Die Sommerakademien in Weißenfels sind als zweiwöchige Lern- und Bauprojekte angelegt, bei denen Studierende der FH Potsdam, der Hochschule Mittweida und weiterer Hochschulen zusammenleben, lernen und praktisch arbeiten. Gemeinsam mit Lehmbauexperten erlernen sie historische und moderne Lehmbautechniken und setzen diese direkt in Bauprojekten um. Ein Schwerpunkt liegt auf dem gesamten Lebenszyklus von Lehmbauten – von der Planung über Bau und Nutzung bis hin zu Rückbau und Recycling. Das Programm umfasst praxisorientierte Lerneinheiten, Exkursionen zu beispielhaften Lehmbauten sowie Vorträge, Diskussionsrunden und Film-vorführungen. Peer-to-Peer-Formate fördern dabei die Eigenverantwortung der Studierenden. Nach einer Orientierungsphase gestalten sie Workshops und Vermittlungsangebote sowohl für Mitstudierende als auch für die Bevölkerung vor Ort – etwa beim Tag der offenen Tür oder an unserem Infostand auf dem Marktplatz. Ziel ist die Entwicklung zielgruppengerechter Formate, die die Akzeptanz des Lehmbaus steigern.

Die begleitende Akzeptanzforschung untersucht die Wahrnehmung von Lehmbau in der Gesellschaft. Durch Interventionen, Workshops und Befragungen im Rahmen der Akademien und durch die Evaluation der Maßnahmen und Formate zur Akzeptanzsteigerung werden die Veränderungen in den Einstellungen gegenüber dem Baustoff Lehm untersucht. Die Erkenntnisse werden anschließend in Lehrmaterialien, Publikationen und Handlungsempfehlungen bereitgestellt, um Nachhaltigkeit, Wissenstransfer und eine langfristige Wirkung auf Akzeptanz und Anwendung des Lehmbaus zu sichern. Das Projekt arbeitet eng mit der Stadt Weißenfels, lokalen Initiativen und bestehenden Projekten zusammen, stärkt bestehende Netzwerke und transferiert die Ergebnisse in die Praxis.

Abstechen einer Wellerlehmwand zur Begradigung, Foto: S. Schanzenbach